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Eine Familie ist manchmal wie ein Mosaik. Sie besteht aus vielen einzelnen Teilen, die für sich genommen unscheinbar wirken können. Erst zusammen ergeben sie ein Bild. Manche Teile passen auf Anhieb, andere müssen sich erst finden. Und manchmal verschiebt sich etwas, ein Stück fällt heraus, ein neues kommt dazu – nach einer Trennung, in einer Patchworkfamilie, wenn ein Kind zwei Zuhause hat.

Ich bin Katarina Bittner-Banovic, Diplom-Pädagogin und als systemische Beraterin und Therapeutin tätig. Seit zwanzig Jahren arbeite ich mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, in unterschiedlichen Settings. Auf dieser Seite erzähle ich, wie ich zu dieser Arbeit gekommen bin und was mich darin leitet.

Über mich

Katarina Bittner-Banovic

Ich bin 1979 in Bielefeld geboren, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Seit 2011 lebe und arbeite ich in der Region Ulm/Neu-Ulm.

Mein Weg in die Arbeit mit Familien begann 1996 mit einem sozialen Jahr in einer stationären Wohngruppe der Jugendhilfe. Was als Vorpraktikum gedacht war, wurde zur beruflichen Richtung. Parallel zu Abitur und Studium habe ich über viele Jahre in verschiedenen Bereichen einer systemischen, familienorientierten stationären Jugendhilfe gearbeitet. Dazu gehörten die Entlastung von Pflegefamilien und Erziehungsstellen, die Beratung und Begleitung der Ursprungssysteme sowie die Begleitung von Ferienseminaren.

An der Universität Bielefeld habe ich Erziehungswissenschaften und Pädagogische Psychologie studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. Meine Schwerpunkte lagen in der systemischen Arbeit in der Jugendhilfe, in Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie in der Pädagogischen Psychologie.

Mein beruflicher Weg und was mich dabei geprägt hat

Seit vielen Jahren begleite ich Kinder, Jugendliche und Familien in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Mein beruflicher Weg hat mir dabei immer wieder gezeigt, dass hinter herausforderndem Verhalten, Konflikten oder scheinbar festgefahrenen Situationen meist eine Geschichte steht, und dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Die Arbeit in der stationären, aber auch in der ambulanten Jugendhilfe hat meinen Blick dafür geschärft, wie wichtig es ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und auch in schwierigen Situationen den Menschen hinter den Problemen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Diese vielfältigen Erfahrungen haben meine professionelle Haltung nachhaltig geprägt.

Ich bin überzeugt davon, dass Menschen ihr Leben und ihre Beziehungen nicht unabhängig voneinander gestalten. Wir sind immer Teil eines sozialen Gefüges: einer Familie, einer Partnerschaft, einer Gruppe, eines Freundeskreises oder eines anderen Lebensumfeldes. Veränderungen bei einem Menschen wirken sich auf andere aus – und umgekehrt.

Genau hier setzt für mich systemisches Arbeiten an.

Mich interessiert nicht nur die Frage: „Was ist das Problem?“
Vielmehr möchte ich verstehen: „Wie ist diese Situation entstanden? Was hält sie aufrecht? Welche Sichtweisen gibt es? Und was könnte helfen, etwas in Bewegung zu bringen?“

Dabei geht es mir nicht darum, Schuldige zu suchen oder schnelle Lösungen vorzugeben. Ich möchte gemeinsam mit den Menschen einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Sichtweisen Platz haben, neue Perspektiven entstehen können und auch das bisher vielleicht Unmögliche wieder denkbar wird.

Meine Motivation

Ich erlebe systemische Arbeit als eine Haltung, die Menschen nicht auf ihre Schwierigkeiten reduziert. Sie richtet den Blick auf Beziehungen, Ressourcen, Fähigkeiten und Möglichkeiten und lässt gleichzeitig Raum für die Realität, in der Menschen leben.

Für mich bedeutet das, Menschen wertschätzend, offen und zugleich klar zu begegnen. Ich möchte nicht über Menschen bestimmen, sondern mit ihnen arbeiten. Dabei darf Beratung auch herausfordern: Manchmal braucht es eine neue Frage, eine ungewohnte Perspektive oder den Mut, etwas bisher Vertrautes anders zu betrachten.

Besonders wichtig ist mir, Ressourcen sichtbar zu machen. Menschen bringen meist sehr viel mehr mit, als in schwierigen Lebensphasen noch wahrgenommen werden kann. Fähigkeiten, die selbstverständlich geworden sind, frühere Lösungen, Beziehungen, Erfahrungen und kleine Veränderungen können wichtige Ansatzpunkte für neue Wege sein.

Ich möchte Menschen dabei unterstützen, ihre eigenen Möglichkeiten wiederzuentdecken und selbst wirksam zu werden.

Familiensysteme zu begleiten, bedeutet für mich deshalb nicht nur, bei akuten Konflikten oder Krisen Unterstützung anzubieten. Es geht auch darum, Beziehungen besser zu verstehen, miteinander ins Gespräch zu kommen, festgefahrene Muster zu erkennen und wieder mehr Handlungsspielraum zu gewinnen. Manchmal braucht es dafür keine großen Veränderungen. Manchmal beginnt etwas Neues mit einem Perspektivwechsel, einer anderen Frage oder dem Gefühl, mit seinen Gedanken und Sorgen wirklich gesehen und verstanden zu werden.

Genau diesen Raum möchte ich mit meiner Arbeit schaffen: einen Raum für Verständnis, neue Perspektiven und Veränderung.

Systemisches Denken begleitet mich somit nicht nur seit dem Studium.

Ausbildung

2003 – 2014Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaften, Diplom. Schwerpunkte: Erziehungswissenschaften und systemische Arbeit in der Jugendhilfe, Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Pädagogische Psychologie
1997 – 2003Oberstufenkolleg an der Universität Bielefeld (UNESCO-Projektschule), Abitur mit Grundstudium in Evangelischer Theologie und Gender Studies
1996 – 1997Carl-Severing-Berufskolleg für Soziales, Bielefeld, soziales Jahr in einer stationären Wohngruppe

Beruflicher Weg

seit 2016Ambulante Hilfen zur Erziehung, Neu-Ulm: Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaft, Pflegestellenbegleitung, Betreuter Umgang, aufsuchende Familientherapie und -beratung, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
2013 – 2016Sozialpädagogisches Zentrum Schwaben-Franken, Stocksberg: Pädagogische Leitung, Leitung einer Wohngruppe, Fachaufsicht und Beratung des Teams, Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen, Hilfeplanung
2000 – 2013Gemeinnützige Gesellschaft für systemische Sozialpädagogik mbH, Steinhagen: Gruppenleitung für Ferienseminare in Stocksberg
2004 – 2009Kinderhäuser Steinhagen, stationäre Hilfen zur Erziehung: Pädagogische Ergänzungskraft
1997 – 2001Kinderhäuser Steinhagen, stationäre Hilfen zur Erziehung: Entlastungskraft für sozialpädagogische Familien- und Erziehungsstellen

Weiterbildung

2024 – 2027Systemisches Institut Augsburg: Weiterbildung Systemische Familientherapeutin (DGSF), Abschluss Februar 2027
2026Fortbildung Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISEF)
2015 – 2017Systemisches Institut Augsburg: Systemische Beraterin (SInA-ISB)
2013 – 2014„Leben mit zwei Familien“
2013Grenzen und Möglichkeiten im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in der Jugendhilfe
2010Systemaufstellung im Bereich erzieherische Hilfen
2005 – 2006„Helfen in Balance“, Fortbildung systemische Eltern- und Familienberatung
2005Ressourcen- und lösungsorientierte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Prozess der Hilfeplanung

Sprachen

Deutsch, Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, Englisch (Grundkenntnisse)

Der systemische Blick

Wer mit Familien arbeitet, merkt schnell: Ein Kind, das in der Schule auffällt, ein Jugendlicher, der sich zurückzieht, ein Paar, das nur noch streitet – das sind selten Probleme einer einzelnen Person. Es sind Muster, die zwischen Menschen entstehen. Genau dort setzt systemisches Denken an.

Ein paar Grundgedanken, die mich in meiner Arbeit leiten:

Niemand ist allein das Problem. Verhalten hat immer einen Zusammenhang. Wer nur auf den Einzelnen schaut, übersieht das Umfeld, in dem das Verhalten Sinn ergibt.

Jede Familie hat Stärken. Auch dort, wo gerade vieles schiefläuft, gibt es Erfahrungen, Fähigkeiten und Beziehungen, die tragen. Sie zu finden, ist oft der erste Schritt.

Es geht um Lösungen, nicht um Schuld. Die Frage „Wer hat angefangen?“ führt selten weiter. Die Frage „Was soll anders werden, und was braucht es dafür?“ dagegen schon.

Alle Seiten haben ihre Berechtigung. In Konflikten hat jeder seine Sicht, und jede davon ist aus der jeweiligen Position heraus nachvollziehbar. Diese Haltung, die man Allparteilichkeit nennt, ist für mich die Grundlage jeder Arbeit mit Familien.

Kleine Veränderungen wirken. Familien sind Systeme. Wenn sich an einer Stelle etwas bewegt, bewegt sich auch an anderen etwas. Das ist manchmal anstrengend, aber es ist auch die gute Nachricht: Es muss nicht alles auf einmal anders werden.

Kontakt

Sie haben Gedanken zu einem meiner Texte, eine Frage oder möchten mir etwas mitteilen? Ich freue mich über Ihre Nachricht.

info@familienmosaik.de